Masuren
Die landschaftliche Schönheit der Großen Masurischen Seen
ist so legendär, dass sich hier mit Sicherheit jeder Hausboot-Fan begeistert sein wird. Insgesamt liegen in Masuren knapp
3000 Seen mit einer Größe über einem Hektar – meist lang
gestreckte Rinnenseen. 25 der schönsten Seen sind durch malerische
Kanäle und idyllische Flussläufe miteinander verbunden.
Die kleineren Seen nennt man im blumigen Polnisch auch
„Himmelsaugen“ weil sich die Wolken im glasklaren, smaragdgrünen
bis ultramarinblauen Wasser spiegeln. Das Land selbst
ist wellig aber eher flach, die höchsten Berge erheben sich nur
etwas über 300 Meter. An Land bietet Masuren stille Kopfsteinpflasterstraßen,
uralte Alleen, Störche, Seeadler, Kraniche und
leuchtende Rapsfelder – ein ursprüngliches Bootsrevier das
seinesgleichen sucht.
Der Spirdingsee und der Süden
Der Süden – flacher und sandiger als der Norden – bietet ruhige
Orte unter dem hohen Himmel: Nikolaiken (Mikolajki) zum Beispiel
gilt als das masurische Venedig und im Sommer scheinen
mehr Boote als Autos die Stadt zu bevölkern. Die attraktive
Uferpromenade wurde zur Jahrtausendwende hergerichtet. Der
114 Quadratkilometer große Spirdingsee hat fast Müritzgröße
– über ihn führt der Törn durch den Wagenauer Kanal nach
Johannisburg (Pisz), oder über Spirding (Wierzba) und eine schöne
Seenkette in das Urlaubszentrum Niedersee (Rucianne Nida).
Der Mauersee und der Norden
Die nördlichen Seen mit dem 104 Quadratkilometer großen
Mauersee sind von dichtem Mischwald und fruchtbarem Boden
umgeben – kaum verwunderlich, dass hier der preußische
Hochadel seine schönsten Herrenhäuser erbaut hat. Lötzen
(Gizycko) gilt aufgrund seiner Lage und Größe als Hauptstadt
des Wassersports. Die Ende des 19. Jahrhunderts fertig gestellte
Drehbrücke, die Auto- und Bootsverkehr noch heute
regelt, ist die Attraktion des Ortes. Wer weiter fährt kann von
Bord aus die Fauna auf der Kormoran-Insel bewundern, das
Schloss des Grafen von Lehndorff (der wegen seiner Beteiligung
am Attentat auf Hitler 1944 hingerichtet wurde) in
Steinort (Sztynort) besuchen oder in Angerburg (Wegorzewo)
die Windsurfer und Wasserskiläufer beobachten.


